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Was bisher geschah

Drei Buchhandlungen wurden vom Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen. Die Entscheidung löste eine bundesweite Debatte über Kulturpolitik, Meinungsfreiheit und staatlichen Einfluss auf Kulturförderung aus. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick:

28. Juni 2026

Bremer Verfassungsschutzbericht: Der Golden Shop kommt nicht vor

Der Bremer Verfassungsschutz stellt seinen Jahresbericht 2025 vor. Auf der Pressekonferenz stellen die anwesenden Journalistinnen und Journalisten fast keine Fragen, die V-Mann-Affäre, die Bremen Anfang des Jahres wochenlang in Atem gehalten hat, kommt nicht vor.
Was den Golden Shop betrifft, ist das Ergebnis ernüchternd: Der Laden taucht im Bericht nicht auf. Der Bremer Verfassungsschutz hatte im März auf Nachfrage erklärt, der Golden Shop weise „Bezüge in die linksextremistische Szene" auf, durch Website-Verlinkungen und Parolen an der Hauswand. Konkrete neue Erkenntnisse, die einen Ausschluss vom Buchhandlungspreis rechtfertigen würden, finden sich im Bericht also nicht. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz schweigt weiterhin. Die Klagen laufen.
Den Humor hat der Golden Shop indes nicht verloren. Seit Frühjahr 2026 verkauft der Laden Kaffeebecher mit dem Aufdruck „Vom Verfassungsschutz empfohlen • The Golden Shop".
25. Juni 2026

„Wir kapitulieren" — Böhmermann eröffnet das 1. Bremer Lyrik-Symposium im Golden Shop

Am 25. Juni 2026 veranstaltet Jan Böhmermann zusammen mit Dax Werner und Moritz Hürtgen das erste Bremer Lyrik-Symposium im Golden Shop — unter dem Titel „Wir kapitulieren". Der Golden Shop hat inzwischen auch eine neue Hausfassade: Sie würdigt einen „Kulturstaatsminister, der mit besonderem literarischem Frühwerk, kulturpolitischem Engagement und kreativen Ideen zur Neubestimmung des Verhältnisses von Kunstfreiheit und staatlicher Geschmacksaufsicht beigetragen hat". Der Titel des Lyrik-Symposiums, „Wir kapitulieren", ist die vielleicht präziseste Zusammenfassung der vergangenen Monate: eine Kapitulation, die keine ist.
13. Juni 2026

„Hallo Weimi": Golden Shop huldigt dem Kulturstaatsminister

Der Golden Shop in Bremen hat seine Fassade neu gestaltet, großformatig voller Zitate aus Weimers Interviews und Schriften. „Das ist überhaupt nicht als Kulturkampf gedacht", „Eigentum fördert Pluralität und Demokratie" und Verse aus „Kopfpilz" prangen nun an der Hauswand. Im Schaufenster wird Weimers „Visage" im goldenen Prunkrahmen auf einer Staffelei gehuldigt, flankiert von seinen Werken. Auf Instagram wendet sich der Laden direkt an den Kulturstaatsminister: „Hallo Weimi. Gefällt dir unsere neue Fassade besser? Wir lieben dich und deine intellektuellen Ergüsse. Bitte gib Preis." taz
13. Juni 2026

Weimers Frühwerk landet in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

Die Hackerin und Aktivistin Martha Root übergibt Weimers 1986 im Eigenverlag erschienenen Lyrikband „Kopfpilz" der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig — jener Institution, deren Erweiterungsbau Weimer im März stoppte und deren Notwendigkeit er mit dem Hinweis auf die Digitalisierung begründete. Root hat den 42-seitigen, bislang vergriffenen Band digitalisiert und frei zum Download angeboten. Root sagt der taz, sie verstehe sich als Archivarin, die Dinge sichert, bevor sie „bequem" verschwinden — ein Seitenhieb auf Weimers Versuch, den Band aus der Öffentlichkeit zu halten: Als Satiriker Jan Böhmermann im November über die Gedichte berichtete, erhielt er Post von Medienanwalt Christian Schertz. „Weimer scheint das Buch aus guten Gründen peinlich zu sein", kommentiert Root. Die Aktivistin kündigt weitere Aktionen an — darunter die Versteigerung eines physischen Exemplars von „Kopfpilz".
3. Juni 2026

Weimer legt kein Rechtsmittel ein — Beschluss wird rechtskräftig

Kulturstaatsminister Weimer akzeptiert den Gerichtsbeschluss: Innerhalb der zweiwöchigen Frist legt er beim Verwaltungsgericht Berlin keine Rechtsmittel ein. Zudem übernimmt der BKM die Verfahrenskosten des Hauptsacheverfahrens. Rechtsanwalt Jasper Prigge kommentiert: „Die Diffamierung der Buchhandlung von Kulturstaatsminister Weimer war ein klarer Rechtsbruch. Das ist nun auch gerichtlich geklärt. Herr Weimer sollte sich entschuldigen und die drei Buchhandlungen endlich rehabilitieren." Prigge fordert außerdem, Weimer solle „den ausgezeichneten Buchhandlungen endlich den Buchhandlungspreis auszahlen, wie es die unabhängige Jury beschlossen hat." Die parallel laufenden Klagen gegen den Ausschluss vom Buchhandlungspreis bleiben weiterhin anhängig.
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